Vertrauensbildung zur Explizierung von retentivem Wissen

VEXREWI

State of the Art

In der ökonomischen Literatur wurde Vertrauen bisher häufig empirisch untersucht. Vereinzelt wird Vertrauen auch aus theoretischer Perspektive analysiert. Jedoch beschränken sich die Analysen aus theoretischer Perspektive auf eine oder wenige Theorien. Darüber hinaus wird insbesondere in der Wissensmanagementliteratur stets die Bedeutung von Vertrauen als eine Voraussetzung zur Explizierung von Wissen konstatiert, jedoch ohne diese Voraussetzung weitergehend zu analysieren.

Theoretische Analyse

Im Rahmen des Forschungsvorhabens VEXREWI wird Vertrauen aus mehreren unterschiedlichen theoretischen Perspektiven betrachtet und die Bedeutung von Vertrauen für die Wissensexplizierung analysiert. Insbesondere findet hier das von Akteuren bewusst nicht explizierte Wissen (retentives Wissen) Berücksichtigung. Da das Metawissen potenzieller Wissensempfänger über das retentive Wissen potenzieller Wissenssender in der Regel nicht vollständig ist (also retentives Wissen existiert, über das potenzielle Wissensempfänger kein Metawissen haben), wird Vertrauen als notwendige Bedingung zur Explizierung von retentivem Wissen gesehen.

Operationalisierung

Auf Basis dieser theoretischen Analyse des Vertrauens und des Vertrauens als notwendiger Bedingung zur Explizierung von retentivem Wissen soll eine Operationalisierung der Ergebnisse dieser Analyse für die betriebliche Praxis mit dem Ziel, ein hohes Maß an Vertrauen zwischen Unternehmen und deren Mitarbeitern zu erreichen, erfolgen.

  • In einem ersten Schritt werden Möglichkeiten aufgezeigt, um Indikatoren für den Grad des Vertrauens zwischen Unternehmen zu finden. Diese Indikatoren werden im Rahmen einer Effizienzanalyse verwendet, um festzustellen, wie effektiv die Maßnahmen eines Unternehmens zur Erzielung eines hohen Maßes an Vertrauen bei seinen Partnerunternehmen sind. Die Effizienzanalyse dient dazu, Partnerunternehmen zu identifizieren, die im Hinblick auf das erzielte Vertrauen ineffizient sind. Auf der Basis der Ergebnisse der Effizienzanalyse können die Maßnahmen zur Erzielung eines hohen Maßes an Vertrauen für diese ineffizienten Partnerunternehmen angepasst werden.
  • In einem zweiten Schritt werden für den Fall grobe Handlungsempfehlungen erarbeitet, dass zwar ein hohes Maß an Vertrauen des Partnerunternehmens erzielt wird, jedoch retentives Wissen nicht im gewünschten Maß expliziert wird. Diese Handlungsempfehlungen zielen darauf ab, das bereits vorhandene hohe Vertrauen so zu nutzen, dass die angestrebte Explizierung retentiven Wissens effektiv realisiert wird.

Ansprechpartner:

Dipl.-Kfm. Malte L. Peters